Die Hochzeitszeitung: Von der Idee zum Konzept

Die Erstellung einer Hochzeitszeitung ist ein Großprojekt! Die Erlebnisse zweier Menschen sollen in eine kleine Zeitung passen, die hübsch auszusehen hat und interessant für Gäste und Brautpaar sein muss. Mit unserer Anleitung übersehen Sie keine wichtigen Punkte!

Eine Hochzeitszeitung ist ein tolles Erinnerungsstück für die Erlebnisse des Brautpaares.

Wir haben mit der Bloggerin Caro gesprochen, die ihre Erfahrungen beim Erstellen der Hochzeitszeitung für eine Freundin auf ihrem Blog festgehalten hat. Uns hat sie erzählt, worauf man achten sollte und uns ein paar ihrer Ideen für spannende Beiträge in einer Hochzeitszeitung verraten.

Organisation

Eine Hochzeitszeitung soll das Brautpaar vorstellen, die gemeinsame Geschichte bis zur Hochzeit erzählen und natürlich unterhalten. Dabei ist viel Platz für kreative Ideen, doch gleichzeitig kann eine Hochzeitszeitung schnell zu einem Mammutprojekt werden.

Das Lesen der Hochzeitszeitung kann als Beschäftigung für die Gäste dienen, während das Brautpaar beim Fotoshooting ist.

„Das Projekt Hochzeitszeitung sollte nicht unterschätzt werden!“ meint Caro. Daher Caros und unser Rat: Fangen Sie so früh wie möglich an! (Am besten, sobald Sie die „Save the Date“ Karte erhalten haben.) Erstellen Sie einen Zeitplan und legen Sie fest, bis wann bestimmte Aufgaben erledigt sein müssen.

Üblicherweise sind die Trauzeugen für die Erstellung der Hochzeitszeitung verantwortlich. Auch Caro hat sich als Trauzeugin um die Hochzeitszeitung gekümmert und dabei festgestellt, dass solch ein Aufwand kaum alleine zu bewältigen ist: „Nur mit guten Verbündeten wird es eine wundervolle Überraschung.“

Suchen Sie sich engagierte Helfer, die Ihnen bei der Erstellung der Hochzeitszeitung helfen. Fragen Sie beim Brautpaar nach der Gästeliste (natürlich unter einem Vorwand, damit es eine Überraschung bleibt). Am besten ist es, wenn Sie Unterstützer aus den verschiedenen Freundeskreisen des Brautpaares haben, damit Sie keine spannende Story verpassen.

Verantwortlichkeiten

Um den Arbeitsablauf einfacher zu gestalten, sollten Sie Verantwortlichkeiten festlegen

  • Hauptverantwortliche (Trauzeugen): Verteilung der Aufgaben, Organisation von Bildern, einheitliches Design und „Roter Faden“.
  • Geschichtenschreiber: Wer kann eine interessante Geschichte zum Brautpaar beitragen?
  • Probeleser: Nach Möglichkeit jemand, der nicht an der Hochzeitszeitung mitgearbeitet hat – um der „Betriebsblindheit“ entgegenzuwirken.
  • Verkäufer: Wer kümmert sich auf der Hochzeit darum, die Zeitung zu verteilen? Die Trauzeugen sind meist zu eingespannt, um sich selbst darum zu kümmern.

Vorgehensweise:

Bei Ihrer Vorgehensweise können Sie sich an folgenden Punkten orientieren:

  • Kontakte informieren (Rundmail, Facebook-Gruppe)
    • Wer hat Bilder? Wer möchte mithelfen? Wer hat Kontakte zu weiteren Hochzeitsgästen?
  • Brainstorming: Ideen sammeln und Konzept erstellen (circa 1-2 Wochen)
  • To do Liste schreiben und Aufgaben verteilen:
    • Was kann ich alleine erledigen? Wobei brauche ich Unterstützung?
  • Einen Zeitplan und eine Deadline für die Fertigstellung festlegen (Puffer einplanen!)
  • Ausarbeitung (je nach Umfang / so viel Zeit wie möglich einplanen)
    • Geplanter Umfang: Seitenzahl & Blattzahl beachten (je nach Heftung andere Vorgaben)
    • Updates: Die Mitwirkenden über den Stand der Dinge auf dem Laufenden halten und regelmäßig die Fortschritte von deren Aufgaben abfragen
  • Eine Druckerei suchen:
    • Welche Formate, Heftungen, Papierqualitäten werden angeboten?
    • Welche Dateiformate sind notwendig?
    • Kosten und Dauer?
  • Überarbeitung des Designs der finalen Beiträge (je nach Aufwand, circa 3-4 Wochen)
    • Zusammenfügen der einzelnen Beiträge – gibt es noch Lücken?
    • Einheitliche Formatierung
    • Passen die Beiträge zusammen – ist ein inhaltlicher Roter Faden erkennbar?
  • Probelesen und Korrektur (circa 2 Wochen)
  • Probedruck und letzte Prüfung
    • Zeit für eventuelle Korrekturen des Formates einplanen
  • Drucken der Hochzeitszeitung
    • Zeitaufwand bei örtlicher Druckerei erfragen; bei Online-druck ca. 3 Tage

Caro rät, nicht zu unterschätzen, wie lange es dauert, alle Bilder und Informationen zu erhalten: „Man benötigt zeitlichen Vorlauf, um erst einmal alle Fotos zu besorgen, eventuell noch zu digitalisieren und dann zu bearbeiten. Die Fotos dann auch noch in die richtige, zeitliche Reihenfolge zu bringen und eventuell noch mit Ort und Zeit zu beschriften, kann ebenfalls noch einmal sehr knifflig werden. Nicht immer sind alle Informationen vorhanden, eventuell muss man noch einmal die Familie oder Freunde um Rat bitten.“

Tipp:

Falls es zeitlich doch knapp wird, können Sie unseren Express-Service nutzen.

 Hilfreiche Tools

Bei der Organisation können Ihnen bestimmte Tools eine große Arbeitserleichterung sein. Wahrscheinlich werden nicht alle Beteiligten aus der gleichen Gegend kommen und ein persönliches Treffen wird damit schwierig. Laden Sie die Mitwirkenden in einen Gruppenchat ein – so bleiben alle immer auf dem Laufenden. Nutzen Sie Dropbox oder Google Drive, um Bilder und andere Dateien zu sammeln – schicken Sie am besten gleich bei Ihrer Ankündigungsmail den entsprechenden Link mit. So kann jeder seine Bilder direkt hochladen und Sie haben alles gebündelt an einem Ort.

Außerdem sollten Sie –auch wenn es ein bisschen zu sehr nach Arbeit klingt – eine Excel Tabelle erstellen, damit Sie nicht den Überblick verlieren!

Organisation ist die halbe Hochzeitszeitung.

Anzahl und Druckkosten

Wer bezahlt eigentlich für den Druck der Hochzeitszeitung? Schließlich ist das, je nach Anzahl der Exemplare, nicht gerade wenig Geld. Natürlich müssen die Trauzeugen nicht auf diesen Kosten sitzenbleiben. Meistens wird die Zeitung am Hochzeitstag zum Druckpreis an die Gäste verkauft. Viele schlagen ein paar Euro drauf und schenken den Gewinn dem Brautpaar – zum Beispiel als „Finanzspritze für die Hochzeitsreise“. Falls sie unsicher sind, wie viel Sie draufschlagen sollten, verlangen Sie nur die Druckkosten und machen Sie deutlich, dass alle Mehreinnahmen dem Brautpaar zu Gute kommen – so kann jeder dazugeben was er kann und möchte.

Bei der Anzahl der Exemplare die Sie bestellen, sollten Sie bedenken, dass die Paare auf Hochzeiten meist ein Exemplar gemeinsam kaufen und außerdem eventuell nicht alle Gäste eine Hochzeitszeitung abnehmen. Ein grober Richtwert für die Anzahl der benötigten Exemplare ist die Anzahl der Hochzeitsgäste geteilt durch zwei – je nachdem wie viele Paare auf der Hochzeit vertreten sind, können sie noch einige Exemplare mehr oder weniger bestellen.

Tipp:

Mit unserem Online-Kalkulator können Sie schon vor der Bestellung den Preis pro Stück/Auflage kalkulieren.

Die wichtigsten Organisationsschritte haben wir für Sie noch einmal in einer Infografik dargestellt – damit Sie nichts übersehen!

Unseren 10 Punkte Plan für die Hochzeitszeitung dürfen Sie gerne speichern, teilen und auch an ihre Freunde weitergeben: 10 Punkte Plan für die Hochzeitszeitung speichern.

Inhalt

Kommen wir zum Wesentlichen der Hochzeitszeitung: Welche Inhalte sollen rein?

Zunächst sollten Sie überlegen, was nicht in die Hochzeitszeitung gehört: Die lustige Story mit dem Exfreund der Braut – witzig, aber unpassend. Der Totalausfall des Bräutigams bei einer Kneipen-Tour mit seinen Kumpels – vielleicht auch lustig, aber trotzdem unangebracht. Bedenken Sie bei der Auswahl der Inhalte, dass jeder Hochzeitsgast die Zeitung lesen wird, auch die vielleicht sehr konservativen Großeltern oder die jungen Nichten und Neffen des Brautpaares. Zudem sollten Sie beachten, in wieweit lustige Insider-Geschichten auch für Außenstehende verständlich sind.

Caro meint dazu: „Als Verfasser sollte man Braut und Bräutigam so gut kennen, dass man weiß, wie viel Witz und Augenzwinkern sie vertragen können und über welche lustig gemeinten Scherze sie vielleicht nicht mehr sehr amüsiert sind.“

Eine Hochzeitszeitung darf lustigen Anekdoten beinhalten – sollten aber niemanden vor den Kopf stoßen.

Brainstorming

Sammeln Sie Ideen! Lassen Sie sich von anderen Hochzeitszeitungen inspirieren oder durchstöbern Sie die Lieblingszeitschriften des Brautpaares. Bevor Sie anfangen, sich über Konkrete Inhalte und Artikel Gedanken zu machen, sollten Sie zunächst eine grobe Richtung festlegen.

Grundlegende Überlegungen zum Konzept:

  • Gibt es ein Motto?
  • Soll eine bekannte Zeitschrift als Vorlage dienen?
  • Wie aufwendig und umfangreich darf die Hochzeitszeitung werden?

Denkanstöße für Inhalte:

Mit Caro zusammen haben wir für Sie einige Ideen für die Hochzeitszeitung gesammelt:

  • (erfundenes) Gesetz der Ehe/Hochzeit
  • (erfundenes) Horoskop (für den Hochzeitstag, Liebeshoroskop, Partnerhoroskop)
  • Anekdoten aus Kindheit, Beziehung
  • Besondere Momente der Beziehung (Urlaub, besuchte Konzerte)
  • Besten/schlimmsten Outfits aus der Kindheit
  • Erstes Treffen
  • Fragebogen zur Beziehung (Braut und Bräutigam müssen Fragen zur Beziehung unabhängig voneinander beantworten)
  • Glückwünsche der Gäste
  • Heiratsantrag
  • Hobbys des Brautpaares
  • Rätsel zum Brautpaar (als Zeitvertreib für die Hochzeitsgäste)
  • Standesamtlichen Hochzeit
  • Statement und Wünsche von Trauzeugen und Eltern
  • Steckbriefe
  • Vorstellung der Eltern
  • Werbung (zum Beispiel für das Lieblingsbier des Bräutigams)

Bestimmt fallen Ihnen noch viele weitere schöne Ideen ein! Wenn Sie noch nach passenden Inspirationen suchen, erstellen Sie eine Mindmap zum Brautpaar, damit verschaffen Sie sich einen Überblick und kurbeln Ihre Kreativität an.

Mindmap-Hochzeitszeitung

Es kann eine große Hilfe sein, erst einmal alle Gedanken rund um die Hochzeit zu notieren.

Aufbau

Wenn Sie eine bestimmte Zeitschrift als Vorlage nutzen, sollte sich auch der Aufbau daran orientieren. Typischerweise sind Hochzeitszeitungen folgendermaßen aufgebaut:

  • Titelblatt
    • Inhaltsübersicht (je nach Umfang optional)
    • Vorwort (von den Trauzeugen und eventuell den Mitwirkenden)
  • Hauptteil
    • Themen zum Brautpaar: Geschichten, Fotostorys, Steckbriefe, etc.
    • Themen zu Eltern, Verwandten, Trauzeugen
  • Sonstiges
    • Horoskope, Rätsel, etc.
  • Letzte Seiten
    • Glückwünsche der Gäste
    • Dank an Mitwirkende

Schauen Sie sich auch mal auf Caros Blog um, dort stellt sie ein Beispiel für Aufbau und Themen einer Hochzeitszeitung vor.

Gestaltung

Wenn Sie die Inhalte gesammelt haben, muss alles noch hübsch zusammengefügt werden. Für die Gestaltung können Sie zum Beispiel das kostenloses Tool Scribus nutzen oder auch die Testversionen von QuarkExpress oder Adobe In. Praktisch ist es natürlich, wenn Sie jemanden im Freundeskreis haben, der sich mit den gängigen Bearbeitungsprogrammen auskennt. Ansonsten können Ihnen sicher die zahlreichen Tutorial-Videos beim Umgang mit den Bearbeitungsprogrammen helfen.

Adobe hat einen eigenen Kanal mit Tutorial Videos zu InDesign.

Adobe hat einen eigenen Kanal mit Tutorial Videos zu InDesign.

Einheitliches Layout

Überlegen Sie sich schon zu Beginn der Arbeit, wie das Layout der Hochzeitszeitung designt werden soll. Eine Hochzeitszeitung besteht aus ganz unterschiedlichen Beiträgen, die meistens auch von verschiedenen Personen erstellt werden. Damit es dennoch ein stimmiges Bild ergibt, empfiehlt Caro:

„Achten Sie möglichst darauf, die gleichen Schriftarten und -größen zu verwenden, sodass man Überschriften schnell erkennen und sich so orientieren kann. Schön kann auch ein gleiches Layout auf allen Seiten sein (ein Streifen oder ähnliches), der dem Auge als Stütze dient, obwohl sich die Seitenaufmachungen unterscheiden. Beispielsweise wird es Seiten geben, auf denen viel Text geschrieben steht und Seiten mit vielen Fotos. Das Layout bringt sie zusammen und zeigt, dass es sich um ein einheitliches Werk handelt.“

Die einzelnen Seiten können ganz unterschiedlich mit Text und Bildern gestaltet sein – ein einheitliches Layout schafft ein stimmiges Bild.

Die einzelnen Seiten können ganz unterschiedlich mit Text und Bildern gestaltet sein – ein einheitliches Layout schafft ein stimmiges Bild.

Anforderungen für den Druck

In unserem Infoblatt finden Sie alle wichtigen Infos, die Sie beachten müssen, bevor Sie den Druckauftrag erteilen. Wichtig ist, die Datei als PDF abzuspeichern, auch wenn Sie eine örtliche Druckerei nutzen. Meistens wird die Hochzeitszeitung in Form eines Magazins gedruckt, in der Größe A4 mit Rückstichheftung, aber natürlich können Sie auch ein anderes Format auswählen.

Beachten Sie die Anzahl der Seiten, damit keine leeren Blätter am Ende der Zeitung sind: Beispielsweise muss bei einer Rückstichheftung die Seitenzahl durch 4 teilbar sein, bei einer Klebebindung muss es eine gerade Anzahl an Seiten sein. Um zu sehen wie viele Seiten Sie benötigen, können Sie auch einfach das entsprechende Produkt in unserem Shop auswählen. Unter „Papier“ sehen Sie dann, welche Anzahl an Seiten auswählbar ist.)

Noch ein Tipp zum Schluss: Lassen Sie einen Probedruck machen – bei uns ist der Probedruck ab einer Auflage von 40 Stück kostenlos!

Mit einer Hochzeitszeitung machen Sie nicht nur dem Brautpaar eine Freude, sondern schaffen auch ein Werk voller Erinnerungen – für das Brautpaar und auch für die Gäste.

In einer Hochzeitszeitung wird das Brautpaar auch Jahre später immer wieder gerne blättern.

„In meinen Augen ist eine Hochzeitszeitung eine Art Momentaufnahme und Rückblick auf alles, was vor der Hochzeit war. Es ist ein unglaublich schönes Gefühl, wenn das Lesen dem Brautpaar Freudentränen ins Gesicht zaubert. Man wird sich eine solche Zeitung auch nach vielen Jahren immer wieder einmal zur Hand nehmen und es ist immer schön, von Leuten zu lesen, die es vielleicht schon nicht mehr gibt oder die man schon lange nicht mehr gesehen hat“  meint Caro.

Wir wünschen Ihnen gutes Gelingen. Bei Fragen können Sie uns gerne kontaktieren.

Bilder: Bild 1: © iStock/ matka_Wariatka; Bild 2: iStock/ rarpia; Bild 3: © Dropbox.com/ Screenshot;  Bild 4: © online-druck.biz; Bild 5: © iStock/ ToddKuhns; Bild 6: © Redaktion; Bild 7: © tv.adobe.com/ Screenshot; Bild 8: © iStock/ shugarWarrior; Bild 9: © iStock/ shironosov;

Author: onlinedruckbiz

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