Digitaldruck – wohin sich der deutsche Markt entwickelt

Zwischen den Vorstellungen von Digitaldruckstrategen und der deutschen Wirklichkeit liegen mitunter Welten. Während internationale Konzerne auch hierzulande die Personalisierung propagierten, pochen die deutschen Verbrauchen auf den Schutz ihrer personenbezogenen Daten. Der Markt für Digitaldruck ist in Deutschland ein anderer. Kann sich die Branche darauf einstellen?

So schön könnte die Welt sein: 80 Mio. deutsche Verbraucher freuen sich so richtig, wenn ein völlig personalisiertes Mailing ins Haus flattert. Das beworbene Angebot passt exakt, schließlich wurde es akribisch nach den Präferenzen des gläsernen Kunden erstellt. Warum soll das in Deutschland nicht funktionieren wo doch die gleiche Masche in den USA oder England so erfolgreich ist?

Es muss wohl an den Deutschen selbst liegen, die nichts von der Freizügigkeit ihrer personenbezogenen Konsumgewohnheiten halten. So kommt es, dass die Personalisierung im großen Stil hierzulande eher die Ausnahme darstellt. Es laufen zwar sehr erfolgreich personalisierte Angebote von Versicherungskonzernen auf die Anfragen von Kunden. Doch das hat der Interessent schließlich auch angefordert. Nicht erwünscht ist eine unverlangte, personalisierte Werbung noch dazu von einem Anbieter, mit dem man bisher nicht in einer geschäftlichen Beziehung stand. Kommt so etwas ins Haus, ist der typische Deutsche erst einmal misstrauisch.

Die Erfahrungen der Online-Druckerei für Broschüren zeigen jedoch, dass es auch in Deutschland einen stark wachsenden Markt für das Produkt Digitaldruck gibt. Allerdings ist dabei weniger die Personalisierung das Entscheidende, sondern der qualitativ hochwertige Druck von kleinen Auflagen. Die Kunden wünschen sich den Druck von Büchern bis Karten in erstklassiger Druckqualität. Veredelungsverfahren wie Lackierung oder Cellophanierung sind sehr stark gefragt, ebenso der Druck auf Sondermaterialien wie das Designpapier MunkenPure.

Der wohl größte Einsatzbereich für den Digitaldruck ist der Druck von Fotobüchern. Bei diesem Produkt ist ersichtlich, auf welch hohem Qualitätsniveau die Herstellerindustrie angelangt ist. Die Qualität eines Fotoabzuges ist der Maßstab, den die Verbraucher anlegen, nicht etwa die Qualität eines Offsetdruckes. Die entscheidenden Parameter des Digitaldruckes in Deutschland sind somit Fotoqualität, Möglichkeit der Veredelung, Schnelligkeit, Materialvielfalt und Wirtschaftlichkeit im Grenzbereich der Druckauflagen zwischen Digitaldruck und Offsetdruck.

Natürlich gibt es darüber hinaus vielfältige Einsatzmöglichkeiten von Produkten der Auflage 1, wozu auch die im Markt etablierten Fotobücher zählen. Viele Produkte sind jedoch noch gar nicht bekannt, brauchen also Zeit, bis sich nennenswerte Nachfrage bildet. Ein typisches neues Produkt sind personalisierte Bewerbungsmappen. Diese sind mit passenden Bildern zum Berufsziel gestaltet und können personalisiert werden. Der erste gute Eindruck des Bewerbers ist sicher, da diese neue Form der Selbstdarstellung sich aus dem Stapel der einheitsgrauen Bewerbungsmappen angenehm abhebt.