Gutenberg ist out: Bücher im Querformat faszinieren Leser

Die Aufmachung eines Buches ist für den Verkaufserfolg ein maßgebliches Kriterium. Wer mit wachem Auge durch die Buchhandlungen streift, entdeckt auf den Buchumschlägen wirkungsvolle Verkaufshilfen wie Golddrucke oder Prägungen. Aufkleber auf dem Buchcover sollen den Kunden bewegen, die richtige Wahl zu treffen. Aber was haben fast alle Bücher gemeinsam? Es ist das relativ langweilige Hochformat.

Das Hochformat ist genau betrachtet ein Relikt aus der guten alten Buchdruckerkunst. Seit Jahrhunderten war es einfacher, ein Buch in Hochformat zu drucken, als im Querformat. Die Rohbogen waren handlicher herzustellen, die Druckerpresse im Handbetrieb wurde für möglichst kompakte Blattformate gebaut. Nicht vergessen werden dürfen die Druckformen aus beweglichen Lettern. Waren die Zeilen zu lang, wurden diese instabil und konnten nicht zu druckbaren Formen zusammengesetzt werden. Das Produkt Buch im Hochformat entstand aufgrund technischer Beschränkungen im Satz, bei der Papierherstellung und im Druck.

Den ersten Bruch im Mediengewerbe gab es bei der Einführung des Film und des Fernsehens. Jetzt endlich war es möglich, das normale Sehempfinden eines Menschen zu berücksichtigen. Der Mensch sieht mit beiden Augen immer im Querformat. Den Höhepunkt der augengerechten Präsentation von medialen Inhalten bildet das Fernsehformat 16:9, also ein sehr deutliches Querformat.

Die Druckbranche steckt weitestgehend immer noch im veralteten Hochformat fest. Auch hier bestehen technische Beschränkungen. Den natürlichen Sehgewohnheiten angepasste Buchformate können jetzt im Digitaldruckverfahren hergestellt werden. Gerade Bücher mit Fotos können im Querformat sehr attraktiv gestaltet werden. Total auffällig wären beispielsweise Taschenbücher im Querformat. Die Online-Druckerei von Frick Kreativbüro bietet seinen Kunden die Freiheit, das Buchformat selbst zu bestimmen. Alle Buchsorten können auch im attraktiven Querformat gedruckt und gebunden werden.

Damit die Bindung der Bücher im Querformat sicher hält, wird diese in Fadenheftung ausgeführt. Mit diesem Bindeverfahren wurden Bücher aus Gutenbergs Zeiten hergestellt, allerdings in mühevoller Handarbeit. Heute wird die Fadenbindung von industriellen Anlagen ausgeführt, selbst bei Kleinauflagen. Gedruckt werden kleine Buchauflagen im Querformat auf besonders ausgerüsteten Drucksystemen, die bis zu 660 mm breite Bogen in einem Arbeitsgang beidseitig bedrucken können. Bei der Fadenheftung von Büchern A4 im Querformat wird auf diese großen Bogen digital gedruckt. Die Bogen werden über einen strichcodegesteuerten Prozess automatisch gebunden. Der Strichcode ist im fertigen Buch nicht mehr sichtbar.