Farbdruck: Ist schön gleich schön?

Sie sind mit dem Druckergebnis Ihres Flyers oder Ihrer Broschüre nicht richtig zufrieden? Sie haben kräftigere Farben erwartet? Hängt die Farbwirkung vom Papier, dem Druckverfahren, der Veredelung oder gar von der Express-Option ab? Eindeutig ja. Hier erfahren Sie, wie Sie das Druckergebnis steuern können, damit Ihre Werbemittel die optimale Wirkung entfalten können.

Der Farbauftrag der Farbpigmente ist das Wichtigste

Sie beurteilen die Farbwirkung von verschiedenen Drucksachen unter den gleichen Lichtbedingungen. Dabei stellen Sie fest, dass einige Drucksachen wie erwartet wirken, einige eher flau. Selbst der Nachdruck eines Flyers mit identischen Daten kann als Standarddruck gut aussehen, als Express-Druck eher gräulich.

Der wichtigste Einflussfaktor ist der maximale Farbauftrag. Wenn man mit allen vier Druckfarben jeweils 100 % aufträgt, besteht der Farbauftrag 400 %. In der Druckpraxis wird der maximale Farbauftrag reduziert. Ein sehr gutes Druckergebnis wird mit einem maximalen Farbauftrag von 320 % erreicht. Im Express-Druck muss im Offsetverfahren der maximale Farbauftrag wesentlich reduziert werden, meist auf 260 %. Dunkle Mischfarben werden durch Schwarz ersetzt.

Unsere Tabelle zeigt, mit welchem Farbauftrag bekannte Online-Druckereien auf Bilderdruckpapier drucken. Vor allem bei Express-Druck muss beim Offsetdruck mit Qualitätsabstrichen in der Farbwirkung gerechnet werden. Im Digitaldruckverfahren kann beim Standarddruck und bei Express-Druck mit der optimalen Farbdeckung gearbeitet werden.

Der Farbeindruck bei Bilderdruckpapier und Naturpapier

Stellen Sie sich einen bunten Blumenstrauß vor, den ein Künstler mit kräftigen Plaka- oder Ölfarben gemalt hat. Es spielt überhaupt keine Rolle, ob er als Untergrund eine saugende Leinwand gewählt hat oder eine glatte Kunststoffplatte. Die Farbwirkung ist identisch. Für die Intensität der Farbe sind allein die Pigmente an der Oberfläche verantwortlich. Beim Druck auf saugendes Natur- oder Recyclingpapier hängt die Farbkraft allein vom Druckverfahren ab. Im Offsetverfahren sinken Farbpigmente in das Material und die Farbbotschaft wird reduziert. Beim laserbasierten Digitaldruck Buchdruck mit hochwertigem Recyclingpapier bleiben alle Pigmente an der Oberfläche. Die Farbbotschaft bleibt fast komplett erhalten.

Ausnahmen bilden sehr grobe Papieroberflächen, die von den Farbpigmenten nicht komplett bedeckt werden können. Es entsteht eine Lichtstreuung und das Druckbild erscheint flauer.

Der Druck auf mattem Bilderdruckpapier kann gleich intensiv wirken wie beim Druck auf glänzendem Bilderdruckpapier

Beim laserbasierten Digitaldruck ist die Farbintensität zwischen mattem und glänzendem Bilderdruckpapier identisch. Alle Farbpigmente liegen auf der Oberfläche und werden von der Lichtquelle identisch erreicht. Wir drucken mit relativ mattem Toner, daher treten Reflexionen so gut wie nicht auf. Wird mit glänzendem Toner gedruckt, wird der Glanzeffekt durch glänzendes Papier verstärkt. Es entstehen Reflexionen, die je nach Lichteinfall Farben dunkler oder heller erscheinen lassen.

Im Offsetverfahren entstehen deutlich sichtbare Unterschiede im Glanzgrad. Tendenziell wird aus Termindruckgründen auf mattem Bilderdruckpapier mit einer niedrigeren Farbdeckung gedruckt, um Trocknungszeiten zu reduzieren. Die Farbboten sind spärlicher vorhanden, der Farbeindruck kann dadurch leiden.

Lack- und Cellophanierfolien verändern die Farbwirkung

Matte Folien oder matter Lack brechen das Licht an der Papieroberfläche. Es treten sehr homogene Lichtstreuungen auf, die wie ein superleichter Nebel wirken. Die optische Wirkung ist etwas reduziert. Dieser Effekt tritt bei allen Druckverfahren auf, beim Digitaldruck wegen der höheren Schichtdicke beim Lack oder Klebeschicht bei der Folie deutlicher.

Glänzende Folien hier weitere Infos Folien verstärken tendenziell die Farbwirkung. Das liegt daran, dass durch die absolut glatte Papieroberfläche nebelartige Reflexionsstörungen wegfallen. Die Farbintensität hängt mit der intensiveren Modulation durch flächige Störreflexionen der Betrachtungsumgebung zusammen. Je nach Betrachtungswinkel wirkt der Druck partiell dunkler oder heller.

Der reduzierte Farbraum bei Naturpapier und Frühlingsfarben

Frühlingsfarben sind meist reine Farben. Sie bestehen aus einer pastelligen Primärfarbe und sehr wenig zugemischten Anteilen einer zweiten Farbe. Eine heikle Sekundärfarbe ist Rot. Diese wirkt im Offsetverfahren gedruckt auf Bilderdruckpapier tiefrot, gedruckt auf Naturpapier oder Zeitungspapier stumpfrot. Die ölhaltige Druckfarbe sinkt mitsamt den Pigmenten ins Papier und verliert die Möglichkeit, reine Farbtöne zu erzeugen. Man sagt in der Fachsprache, dass der darstellbare Farbraum reduziert ist. Ein junges Frühlingsblatt wirkt bei jedem Licht erfrischend. Ein Herbstblatt hat diese Farbschattierung verloren, auch wenn das beste Sonnenlicht darauf scheint. Im Offsetdruck können daher auf einem Bilderdruckpapier deutliche frischere Farben gedruckt werden wie auf saugenden Naturmaterialien. Im laserbasierten Digitaldruckverfahren bestehen kaum Einschränkungen, sofern auf hochwertigen Recyclingpapier hier Infos zu Einladungskarten aus Recyclingkarton gedruckt wird. Tipps und Trick beim Druck auf Recyclingpapier finden Sie hier: Tipps zum Bedrucken von Recyclingpapier

Author: jfrick

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