Druckdaten richtig anlegen

Die Grundlage für ein professionelles Druckergebnis

Druckdaten lassen sich heutzutage sehr leicht und schnell von nahezu jedem erstellen. Dank Programmen wie Canva oder der Affinity Suite ist es mittlerweile auch Laien möglich, aufwendige Einladungskarten, Vereinsmagazine oder sogar ganze Bücher zu gestalten und zu veröffentlichen.

Was diese Programme einem jedoch häufig nicht vermitteln, ist das Wissen darüber, wie eine produktionssichere Druckdatei erstellt wird.

Produktionssicher bedeutet in diesem Fall, dass die Druckdatei so aufgebaut ist, dass auch unvermeidbare Produktionstoleranzen und technische Grenzen berücksichtigt werden. So schaffen Sie die bestmögliche Grundlage für ein hochwertiges und professionelles Druckergebnis.

Viele typische Fehler lassen sich bereits bei der Gestaltung schnell und einfach vermeiden.

Mindeststärke für Linien und feine Schriftelemente

Feine Linien und Schriften sicher drucken

Feine Linien und dünne Schriften können in einem Design besonders elegant und hochwertig wirken. Druckmaschinen können diese feinen Elemente jedoch nicht immer genauso wiedergeben, wie sie auf einem Bildschirm dargestellt werden.

Rasterpunkte bei hellen Farben

Auch bei sehr dünnen Schriften sollte ein möglichst kräftiger Farbton verwendet werden. Ein Druckbild setzt sich aus vielen kleinen Druckpunkten zusammen. Bei Grautönen werden die schwarzen Druckpunkte mit größeren Abständen zueinander ausgegeben. Bei einer sehr dünnen grauen Linie kann dadurch der Eindruck entstehen, dass die Linie nicht mehr vollständig zusammenhängend ist.

Schwarz immer als 100 % K

Schwarzer Text und feine schwarze Linien sollten immer in reinem 100 % Schwarz (K) angelegt werden und nicht aus allen vier CMYK-Farben gemischt sein. So lassen sich Passerungenauigkeiten und störende Farbblitzer an den Rändern vermeiden, die besonders dünne Schriften schwer lesbar machen können.

Unsere Empfehlungen für feine Linien und Schriften

01

Linienstärke: mindestens 0,1 mm beziehungsweise 0,3 pt

02

Sehr feine oder filigrane Schriften möglichst vermeiden

03

Kleine Texte nicht in besonders dünnen Schriftschnitten anlegen

04

Bei dünnen Linien und Schriften möglichst kräftige Farben verwenden

05

Helle Grau- oder Pastelltöne bei sehr feinen Elementen vermeiden

06

Schwarzen Text und feine schwarze Linien immer in reinem 100 % Schwarz (K) anlegen

Gleichmäßige Rahmen richtig gestalten

Gleichmäßige Rahmen richtig gestalten

Bei Karten, Flyern und anderen Druckprodukten werden gerne gleichmäßige Rahmen als Designelement verwendet. Ein solcher Rahmen ist ein schönes und zeitloses Gestaltungsmittel, um das Motiv optisch einzufassen und dem Design eine klare Struktur zu geben.

Damit ein Rahmen nach dem Schneiden weiterhin gleichmäßig wirkt, sollten jedoch die technisch bedingten Produktionstoleranzen berücksichtigt werden.

Unsere Empfehlung für umlaufende Rahmen

Legen Sie gleichmäßig umlaufende Rahmen mit einer Breite von mindestens 6 mm an. Dadurch fallen produktionstypische Verschiebungen für das menschliche Auge deutlich weniger auf.

Unsere Empfehlungen für gleichmäßige Rahmen

01

Umlaufende Rahmen mindestens 6 mm breit gestalten

02

Sehr schmale Rahmen in der Nähe der Schnittkante vermeiden

03

Bei besonders symmetrischen Designs größere Rahmenbreiten einplanen

04

Hintergründe und randabfallende Elemente immer bis in den Beschnitt anlegen

Platzierung wichtiger Elemente und Bilder in der Nähe der Schnittkante

Wichtige Inhalte sicher platzieren

Aus demselben Grund empfehlen wir grundsätzlich, wichtige Elemente wie Texte, Logos, Bilder oder grafische Bestandteile mit ausreichendem Abstand zur Schnittkante zu platzieren.

Wichtige Inhalte sollten mindestens 5 mm von der Schnittkante entfernt angelegt werden.

Unsere Empfehlungen für Sicherheitsabstände

01

Texte mindestens 5 mm von der Schnittkante entfernt platzieren

02

Logos und wichtige Bildelemente ebenfalls mindestens 5 mm nach innen setzen

03

Keine wichtigen Inhalte direkt an der Schnittkante positionieren

04

Hintergründe und randabfallende Bilder bis in den vorgesehenen Beschnitt ziehen

Beschriftung des Buchrückens

Warum die Breite des Buchrückens wichtig ist

Die Breite eines Buchrückens hängt unter anderem von der Seitenzahl, der verwendeten Papierstärke und der gewählten Bindungsart ab.

Auch bei der Produktion und Bindung von Büchern können geringe Abweichungen auftreten. Bei einem sehr schmalen Buchrücken besteht deshalb die Gefahr, dass Texte oder Logos nicht exakt mittig sitzen oder teilweise auf die Vorder- beziehungsweise Rückseite des Umschlags wandern.

Unsere Empfehlungen für den Buchrücken

Mindestbreite

Buchrücken erst ab einer Breite von mindestens 5 mm beschriften

Ausrichtung

Texte und Logos mittig auf dem Buchrücken platzieren

Sicherheitsabstand

Ausreichend Abstand zu den Falz- und Rückenkanten einhalten

Produktvorlage

Die Rückenbreite immer anhand der jeweiligen Produktvorlage bestimmen

Schmale Buchrücken

Bei schmalen Buchrücken besser auf eine Beschriftung verzichten

Das richtige Farbprofil für das ausgewählte Papier

Um zu verstehen, warum das richtige Farbprofil wichtig ist, lohnt sich zunächst ein kurzer Blick auf die unterschiedlichen Farbräume.

RGB

Darstellung am Bildschirm

Bildschirme stellen Farben in der Regel im RGB-Farbraum dar. Webbasierte Programme wie Canva arbeiten standardmäßig ebenfalls mit RGB-Farben.

CMYK

Farbwiedergabe im Druck

Beim Drucken kommen die vier Prozessfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz zum Einsatz. Diese werden unter der Bezeichnung CMYK zusammengefasst.

Da ein Bildschirm keine gedruckten CMYK-Farben direkt wiedergeben kann und webbasierte Programme wie Canva standardmäßig im RGB-Modus arbeiten, simulieren professionelle Gestaltungsprogramme das spätere Druckergebnis. Für die Ausgabe müssen die Druckdaten in dem für die Produktion vorgesehenen CMYK-Farbraum angelegt oder beim Export entsprechend umgewandelt werden.

Doch warum spielt dabei auch das ausgewählte Papier eine Rolle? Farben wirken auf unterschiedlichen Papieroberflächen nicht immer gleich.

Gestrichene Papiere

Gestrichene Papiere besitzen eine vergleichsweise glatte und geschlossene Oberfläche. Dadurch bleiben die Farben stärker an der Oberfläche und erscheinen häufig kräftiger und kontrastreicher.

Ungestrichene Papiere

Ungestrichene Papiere nehmen die Druckfarbe stärker auf. Farben können dadurch etwas matter oder weniger intensiv wirken.

Das Farbprofil berücksichtigt diese unterschiedlichen Eigenschaften und passt die Farbwiedergabe sowie den Farbauftrag an das jeweilige Papier an.

Für unsere Produktion verwenden wir:

Uncoated v2 Für ungestrichene Papiere
ISO Coated v2 Für gestrichene Papiere

Unsere Empfehlungen für Farbprofile

01

Druckdaten entsprechend den Vorgaben des ausgewählten Produkts anlegen

02

Für gestrichene und ungestrichene Papiere das jeweils vorgesehene Profil verwenden

03

Farbprofile nicht ohne ausreichende Kenntnisse nachträglich ändern

04

Bei Unsicherheiten auf eine eigenständige Profilkonvertierung verzichten

05

Beachten, dass die Darstellung am Bildschirm vom späteren Druckergebnis abweichen kann

06

Leuchtende RGB-Farben vermeiden, da diese im CMYK-Druck naturgemäß an Strahlkraft verlieren

Druckdateien richtig anlegen