Buchdruck im Jahr 2015

Buchdruck im Jahr 2015

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Der Buchdruck wird weiter revolutioniert

Die beweglichen Lettern des Johannes Gutenberg waren eine echte Innovation. Der Buchdruck wurde revolutioniert und erschwinglich. Weitere wesentliche Innovationsschübe folgten erst im 20. Jahrhundert mit der Einführung des Offset- und Tiefdrucks. Bücher in hoher Auflage wurden Massenware. Jetzt im Jahre 2010 erleben wir eine weitere Entwicklung im Buchdruck durch Innovationen im Digitaldruckverfahren. Der wirtschaftliche Druck ab Auflage 1 ist bereits Realität. Der Druck von Büchern im Digitaldruckverfahren bis zu 7000 Auflage wird digital erfolgen und den klassischen Offsetdruck ablösen. Die Farbe wird in den Buchdruck einkehren, ohne die Kosten wesentlich zu erhöhen.

Buchdruck im Jahre 2011

Das Jahr 2011 wird im Buchdruck das Jahr der Individualisierung sein. Bücher in Auflage 1 sind gefragt. Fachleute sprechen von Book-on-demand. Fotobücher, Chroniken, Urlaubserlebnisse, Tagebücher, individuelle Gebrauchsanweisungen, Diplomarbeiten – die Anlässe für Bücher in sehr kleinen Auflagen sind unbegrenzt. Bücher in Kleinauflagen unterscheiden sich in Qualität und Ausstattung nicht nennenswert von industriell gefertigten Großauflagen.
Bei diesen Einzelauflagen hat sich der Druck in Farbe durchgesetzt. Die großen, namhaften Digitaldruckhersteller sind in der Lage, die beachtlichen Datenmengen in der notwendigen Geschwindigkeit zu verarbeiten und in einwandfreier Qualität auszugeben. Der Druck erreicht bei Spitzensystemen nahezu Fotoqualität. Bindesysteme sind in der Lage, ohne Ausschuss auch die Auflage 1 sicher zu meistern.
Die wahre Herausforderung der entsprechenden Buchdruck-Anbieter ist der Workflow. Wenn Kunden für ein Fotobuch mit festem Buchdeckel weniger als 20,- EUR ausgeben müssen, ist eine absolut schlanke Produktion unerlässlich. Die Auftragsabwicklung darf die Kostenseite so gut wie nicht belasten. Alle Arbeitsabläufe müssen strukturiert und standardisiert werden. Vom Auftragseingang bis zum Versand muss die Produktion im Detail durchorganisiert laufen. Buchdruck-Spezialisten lösen diese Anforderung sehr unterschiedlich. Die Basis bildet eine IT-gestützte Produktion, bei der im Idealfall der Kunde online den Fortschritt der Buchproduktion völlig transparent mit verfolgen kann.
Mit der am Markt vorhandenen Digitaldrucktechnik können Farbbücher bis zur Auflage 1000 sehr wirtschaftlich hergestellt werden, bei Büchern in SW liegt der Break-Even zum Offsetdruck höher.

Standardisierte Auflage 1 kontra individuelle Kleinauflage

Der Markt für Bücher in kleiner Auflage wird von zwei sehr unterschiedlichen Zielgruppen getragen. Es sind Millionen von privaten Kamerabesitzern, die ihre Fotos in Erinnerungsbücher verewigen wollen. Der Qualiätsanspruch ist eher durchschnittlich. Gestaltet werden diese Bücher fast ausschließlich mit kostenlos zur Verfügung gestellen Programmen der Fotobuchdruckereien. Der Vertrieb läuft über Handelspartner mit Fotoabteilung.

Eine andere Gruppe hat den Anspruch, Bücher in Verlagsqualität herzustellen. Diese Werke richten sich in erster Linie an interessiertes Publikum. Layout, redaktionelle Inhalte und das gewählte Bildmaterial erreichen weit höhere Ansprüche. Folgerichtig erfolgt die Wahl des Druckpartners nach anderen Kriterien. Gefragt ist somit ein Infomations-Dienstleister, der über umfassende Kenntnisse vom Layout, der Aufbereitung der Druckdaten, der individuellen Wahl der Buchausstattung bis zum Vermarktung der Werke verfügt.

Buchdruck im Jahre 2015

Zwischen dem jetzt bekannten Digitaldruck und dem bewährten Offsetdruck wird sich eine weitere Variante des Digitaldrucks positionieren. Es handelt sich um enorm leistungsfähige Digitaldrucksysteme mit Tintentechnik. Im Jahr 2015 wird sich die erreichbare Qualität kaum vom Offsetdruck unterscheiden. Der Druck erfolgt von der Papierrolle mit Geschwindigkeiten von 800 Seiten pro Minute bis zu mehreren Tausend Seiten. Da Druckplatten nicht erforderlich sind, fallen so gut wie keine Rüstkosten an. Direkt von der Datei kann in einer unglaublicher Qualität und Geschwindigkeit produziert werden. Bereits am Tag des Buchdrucks können die ersten gebundenen Exemplare ausgeliefert werden. Zielbereich sind Auflagen zwischen 500 und 7000 Auflage.

Jetzt im Jahr 2011 existieren ersten Muster. Die Qualität ist überraschend hoch. Die Papierhersteller entwickeln Sorten für den Volumendruck sowohl für den Druck in SW als auch in Farbe. Die Ergebnisse dieser Prototypen unterscheiden sich von den bereits im Markt befindlichen Systemen in Zeitungsqualität sehr deutlich. Die Farben wirken auf gestrichenen Papiersorten ausgezeichnet. Auch für den randscharfen Druck von Text auf Naturpapiersorten gibt es innovative Lösungen. Der Buchdruck mit Tintentechnik wird als revolumtionär empfunden werden. Im SW-Druck sind Geschwindikgkeiten von bis zum 800 Meter pro Minute zu erwarten.

Einige Druckerhersteller entwickeln zum fast schon ausgereiften Tintendruck Alternativen auf Laser- oder Wachsbasis. Die Kosten pro Druck A4 sollen in den Keller geschickt werden. Höchste Anforderungen kommt in diesem Marktsegment auf die Hersteller der RIPs zu. Diese Hochleistungsrechner wandeln die Rohdaten in Echtzeit in Druckdaten um und versorgen die Drucksysteme mit den aktuell benötigten Seiten. Die Hersteller arbeiten an Lösungen, um beim Farbdruck die Bittiefe der Druckdaten zu erhöhen. Durch die Erhöhung der Bittiefe werden die druckbaren Farbnuancen erhöht und Farbverläufe verbessert. Leider wird die Datenmenge dadurch wesentlich in die Höhe getrieben. In ein bis zwei Jahren dürfte ein ausgewogener Kompromiss zwischen Qualitätsanspruch und notwediger Datenperformance erreicht sein.

Rückbesinnung zur Qualität bei der Buchbindung

Kaum war die erste Fadenheftmaschine für Digitaldruck auf dem Markt, gingen die ersten Exemplare in die Ukraine. In Deutschland erfolgte die erste Installation im Februar 2011 bei der Online-Druckerei der Frick Werbeagentur. Lt. Hersteller haben Buchkäufer im Osten höhere Anforderungen an die Qualität und ein sehr gutes Aufschlagverhalten als im Westen. Kaum zu glauben, dass das Land der Fotobücher in Sachen Qualität vom Osten lernen kann.