Starke Frauen im Manga

Wir hatten schon einige Male das Vergnügen, einen Manga zu drucken. Unter anderem auch „Cinderella Complex“ von der deutschen Zeichnerin Ryoko. Wie sie ihre Liebe zum Manga entdeckt hat, und warum ihre Geschichten oft in London spielen, verrät die Rheinländerin in den folgenden Zeilen.

 

Laura Dürschel Ryoko Cinderella Complex Manga

Laura „Ryoko“ Dürschel freut sich über Ihren Manga „Cinderella Complex“

 

„Schon als Kind hab ich immer gezeichnet“, erinnert sich Ryoko. ‚“Das ging schon im Kindergarten und in der Grundschule los“. Wie bei vielen anderen auch, setzt ihre Begeisterung zum Manga mit „Sailor Moon“ ein.  Mit dieser erfolgreichen Anime-Serie beginnt 1995 das Interesse an japanischen Manga-Comics und Anime-Serien/-Filmen in Deutschland rasant zu wachsen.  Seit etwa 1997 kritzelt auch die symphatische Rheinländerin auf japanisch in ihr Hausaufgabenheft. Eigentlich heißt sie Laura Dürschel und arbeitet als Verkäuferin im Einzelhandel. Wie das in der Manga-Szene üblich ist, tritt sie mit einem japanischen Pseudonym auf. Aber warum gerade „Ryoko“? „Das kommt von einem alten Manga namens ‚Chocolate Christmas‘. Einer der Charaktere hieß Ryoko“. Auch hier hinterlässt „Sailor Moon“ seine Spuren, denn „Chocolate Christmas“ stammt von deren Schöpfer Naoko Takeuchi.

 

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Von Inspiration und Leidenschaft

Woher kommt die Inspiration zu ihren Geschichten? Zu ihren Vorbildern gehört die erfolgreiche Mangaka Niloo. „Hauptsächlich inspirieren mich aber Filme und Serien“, erläutert Ryoko, und fügt hinzu: „Weniger Anime und Manga“. In diesen Genres hat sich mit der Zeit eine gewisse Übersättigung bei ihr eingestellt.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Ansprüche steigen, je intensiver man sich mit einem Hobby befasst. Und Laura Dürschel befasst sich sehr intensiv mit dem Thema Manga. Sie hat beim Insider-Verlag Schwarzer Turm veröffentlicht und ist bei Szene-Events wie der Dokomi dabei.

„Es gibt einen regen Austausch unter den Zeichnern. Auch in diesem Bereich war ich von Anfang an dabei und habe die Zeichnerszene wachsen sehen. Wir unterstützen uns oftmals gegenseitig, sowohl die alten Hasen als auch, dass wir den jüngeren Kollegen Tipps weitergeben“, erläutert die Autorin den Zusammenhalt in der deutschen Mangaka-Szene. „Es herrscht aber sicher nicht nur Friede-Freude-Eierkuchen, da Cosplayer genau so wie Zeichner untereinander neidisch sind oder Unterschiede nicht so akzeptiert werden wie man es gerne hätte. Auch wenn es in den Medien oft und gern so dargestellt wird, dass wir eine große, glückliche und absolut 10000% tolerante Interessengemeinschaft sind – auch die Manga-Szene ist da fehlbar!“, gibt sie zu bedenken. „Aber im Großen und Ganzen sind die Leute doch sehr leidenschaftlich und brennen für dieselben Interessen, was definitiv zu einem Gemeinschaftsgefühl beiträgt, dass man so vielleicht mit Schulfreunden oder Bekanntschaften außerhalb nicht erlebt.“

 

Manga in London

Derzeit arbeitet die Zeichnerin an ihrem Projekt Pentagon12. Ein Band ist bereits im Eigenverlag erschienen: „Dank Anbietern wie online-druck.biz ist das heute absolut machbar“. Die Serie ist auf insgesamt fünf Bände angelegt. Das anspruchsvolle Werk spielt in London im Jahr 2014. Die Hauptprotagonistin ist Schülerin an einem Internat. Nachdem bei einem Unglück ihre Mutter und ihre Schwester sterben, ergreift die Einsamkeit Besitz von dem Mädchen. Kurz darauf wird sie von einem Dämon errettet, der ihr einen faustischen Pakt anbietet.

Phantastische Elemente tauchen häufig in Ryokos Werken auf. Auch der Schauplatz ist eine Konstante:  ihr jüngstes Werk „Cinderella Complex“ spielt ebenfalls in der britischen Metropole. „Ich habe mich vor vielen Jahren in diese Stadt verliebt“, erklärt die Autorin. Manga spielen für gewöhnlich in Japan. „Aber ich war noch nie dort, und ich finde, man sollte eine Szenerie entweder neu erfinden oder selbst dort gewesen sein“, so Ryoko weiter. „Und da ich Deutschland als Handungsort nicht sooo spannend finde, wurde es bei beiden Geschichten nun London“.

 

 

Professioneller Druck

Der sogenannte Oneshot (eine in einem Band abgeschlossene Geschichte) „Cinderella Complex“ beschäftigt sich zumindest auf der Subebene mit starken Frauen und der Zerrissenheit zwischen weiblicher Unabhängikgkeit und Romantik. Das wunderschön illustrierte Buch wurde als Softcover auf 100 g Recyclingpapier im Premium-Format 15,6 x 21,9 cm gedruckt. „Cinderella Complex“ ist nicht der erste von der schwäbischen Online-Druckerei produzierte Manga. „Mitunter ist es für viele Zeichner mehr als nur ein Hobby geworden. Einige verdienen dadurch mittlerweile sogar ihren Lebensunterhalt und viele gehen daher sehr professionell an Vorbereitungen und Marketingmaßnahmen heran. Hier wird Werbung geschaltet, da werden hochwertige Druckprodukte mit den eigenen Zeichnungen angefertigt…“, kommentiert Ryoko die Entwicklung in der Szene.

Neben Büchern druckt online-druck.biz auch viele weitere Manga-Produkte. Dazu gehören Yonkoma-Karten oder großformatige Charakter-Poster. Für Mangaka relevant sind auch Produkte wie Karten und Hefte.

 

Zu den Manga-Produkten

 

 

 

 

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Author: Marc Hettich

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