Welche Bindemöglichkeiten gibt es?

Ihre Online-Druckerei Frick bietet Ihnen das komplette Druck-Sortiment einer Digitaldruckerei. Zum Thema hochwertige Druck-Weiterverarbeitung erklären wir Ihnen an dieser Stelle die unterschiedlichen Bindearten und bei welchen Drucksachen diese eingesetzt werden.

Plastikbinderücken

Diese sehr einfache Art der Bindung setzen wir nicht ein. Wir verwenden ausschließlich die höherwertige Draht-Spiralbindung.

Spiralbindung

Die Spiralbindung funktioniert nach dem gleichen System wie eine Plasikrückenbindung. Die fertig zugeschnittenen Druckbogen werden gestanzt und mit einer Spiralbindung aus Metall zusammengeklammert. Beim Bindevorgang wird der Rückkarton oder das Rückblatt als erstes Blatt des Papierstapels gelegt. Die Drahtbindeelemente werden eingehängt und der Drahtkamm mittels einer Presse geschlossen. Das Rückblatt wird nach erfolgter Bindung auf die letzte Unterseite des Bindegutes geklappt. Aus diesem Grund befindet sich die Schließstelle des Drahtkammes zwischen dem vorletzen und letzten Blatt und ist somit nicht mehr sichtbar. Die Lochabstände und die Lochgröße richtet sich nach der Dicke des Bindegutes. Zwischen 5,5 und 14,3 mm Spiraldurchmesser werden die Standardabstände mit der Fachbezeichnung 3:1 Teilung verwendet. Die größere 2:1 Teilung findet Ihre Anwendung ab einem Spiraldruckmesser von 6,9 und 38 mm. Die möglichen Lochabstände überschneiden sich somit. Es besteht also eine gewisse gestalterische Freiheit bei der Wahl der Drahtbindeelemente.

Klebebindung im Digitaldruckverfahren

Hotmeltklebung
Dieses Klebeverfahren wird im Digitaldruckverfahren am meisten eingesetzt, da die Heißklebung mit entscheidenden Vorteilen verbunden ist. Zur Hotmeltklebung sind viele Gerüchte im Umlauf wie: Die Klebung sei langfristig nicht haltbar genug, der Kleber würde mit der Zeit porös, der Kleber sei nichts für silikonhaltige Toner. Das stimmt alles, wenn Sie den Stand der Technik von zehn Jahren berücksichtigen. Tatsächlich haben sich der Kleber wie die Klebebindersysteme enorm weiterentwickelt. Die Haltbarkeit ist ausgezeichnet, sofern bestimmte Bedingungen einer modernen Produktion eingehalten werden. Es können somit ohne weiteres enorm haltbare Bücher hergestellt werden, wenn beispielsweise der Buchrücken vor der Klebung gefräst wird. Die Qualität der Fräsung ist insbesondere bei starken Buchumfängen und gestrichenen Papiersorten entscheidend. Das Zusammenspiel modernster Kleber und einer ausgefeilten Einstellung von Pressdruck, Pressdauer und Seitenbeleimung gewährleistet dauerhafte Bindungen auch bei schwierigen Materialien. Der entscheidendste Vorteil ist die Schnelligkeit. Bereits 15 Minuten nach der Klebung können die Bücher die Produktion im 3-Seiten-Schneider fortsetzen, während bei der Kaltleimklebung per Dispersionskleber oder der PUR-Klebung das Druckwerk einen Tag aushärten sollten. Nicht zu vergessen: Die Verarbeitung von Hotmeltleimen ist gesundheitlich völlig unbedenklich.

Dispersionsklebung
Bei diesem Buchbindeverfahren wird kalter Leim verwendet. Eine maschinelle Produktion ist schwierig, da sich die Konsitenz des Leims während einer Produktionsstrecke durch Eigentrocknung verändert. Die Dispersionsklebung ist daher für die halbautomatische Fertigung von kleinen Stückzahlen prädesteniert. Durch Verwendung von völlig neuen Klebstoffen lassen sich auch schwierigste Klebearbeiten im Digitaldruck-Umfeld sehr sicher und in überragender Qualität ausführen. Der Leim bleibt auch nach der Austrocknung schön weich und gewährleistet ein angenehmes Aufschlagverhalten von klebegebundenen Büchern und Broschüren.

PUR-Klebebindung – jetzt mit dem neuen Purmelt MicroEmission-Kleber
Kein anderes Klebeverfahren erreicht eine höhere Klebekraft, bietet eine bessere Kälte- oder Hitzeresistenz und verfügt über eine bessere Beständigkeit gegen Öle in der Druckerfarbe bzw. Toner. Hauptknackpunkt ist jedoch das Verantwortungsbewußtsein gegenüber Mitarbeitern in der Buchbinderei und der Umwelt. Bisher musste man den Gesundheitsaspekt sehr kritisch sehen. Die im PUR-Schmelzklebstoff enthaltenen monomerischen Isocyanate konnten in der Konzentration soweit reduziert werden, so dass eine Kennzeichnung als Gefahrgut nicht mehr erforderlich ist. Im Zusammenspiel mit einer technischen Absauganlage werden mit dem Henkel-Produkt Purmelt MicroEmission erstklassige Bindeergebnisse erreicht. Trotzdem stellen Hersteller von Klebebindesystemen eine Rückbesinnung zur Hotmeltklebung fest. Im „Normalbetrieb“ sind die Risiken der gesundheitlichen Belastung beherrschbar, doch wer will die dauerhaft sicherstellen? Wenn es um die maximale Bindequalität und um ein sehr gutes Aufschlagverhalten des Buches geht, gibt es gesundheitlich unbedenkliche Alternativen.

Fadenheftung
Fadengeheftetes Buch geöffnet
Diese Königsdisziplin ist die hochwertigste Art für die Bindung von Büchern. Erst seit kurzer Zeit ist die industrielle Herstellung von fadengehefteten Büchern auch bei Kleinstauflagen möglich. Die unübertroffene Güte der Bindung wird in fünf Stufen erreicht. Stufe 1: Ein Buch im Format A4 wird in doppelter Größe auf einen Druckbogen A3 gedruckt. Stufe 2: Mehrere Druckbogen werden zu einer Lage sortiert. Stufe 3: Die sortierten Lagen werden in der Mitte mit einem stabilen Faden zusammengenäht. Stufe 4: Die vernähten Lagen werden zusätzlich im Buchrücken untereinander vernäht. Stufe 5: Die die fest vernähten Buchblöcke werden per Klebebinder und speziellem Vorsatz oder Softcoverumschlag zusächtlich per Hotmelt verklebt. Vorteil eins ist die extreme und unübertroffene Haltbarkeit der Bücher über Generationen. Der zweite Nutzen liegt im Gebrauch des Buches. Das Buch bleibt wunderbar in geöffnetem Zustand liegen, ohne dass die Seite wieder zuklappen. Man kann lesen, ohne mit beiden Händen die Blätter festzuhalten. Durch die hochmoderne Digitaldruck-Fadenheftung ist diese Königsdisziplin der Buchdruckkunst ohne Aufpreis erhältlich. Der Kunde erhält einen echten Klassiker der Buchbindekunst – einen Mehrwert mit Haltbarkeit über Generationen.

Rückstichheftung
Die Klammerheftung im Rücken einer Broschüre ist eine sehr einfache und kaum sichtbare Heftmethode. Unsere Kunden können beim Format A4 wählen zwischen einer 2fachen und 4fachen Rückstichheftung oder einer 2fachen oder 4fachen Ringösenheftung. Alternativ bietet sind eine 2fachen Ringösenheftung in Kombination mit einer 2fachen Klammerheftung an. Damit die Heftung auch bei hohen Seitenumfängen gut aussieht, kann der Rücken eine besondere Behandlung erfahren. Die Optik kommt einer Klebebindung nahe. Der Rücken bleibt relativ plan liegen. Bei der Klammerheftung von starken Seitenumfängen bis 120 Seiten sind besondere technische Verfahren notwendig. Wir erreichen die notwendige Produktionssicherheit mit dem neuesten Digitaldruck-Stichliner aus dem Hause Horizon in Verbindung mit besonders stabilen Drahtklammern. Analoge oder digitale Sortierung, Rillen der Bogen, Rückstichheftung, Seitenbeschnitt und Frontbeschnitt erfolgt in einem vollautomatischen System. Das Ergebnis sind Broschüren in höchster Qualität, auch bei Kleinauflagen.

Buchschraubenbindung oder andere spezielle Bindearten
Bei www.online-druck.biz ist man offen, für besondere Anforderungen des Kunden. Neben den oben erwähnten Standardbindungen kommen immer wieder Spezialfälle in die Produktion. Eine davon sind sehr wirkungsvolle Bindungen per Buchschrauben (siehe Foto oben). Weitere exotische Bindeverfahren sind möglich wie Fadenbindungen, Lederbindungen oder unzerreißbare Spezialbindungen, die wir intern gerne als Dübeln bezeichnen, da es in der Fachsprache noch keine Entsprechung gibt. Diese Spezialbindung ist z.B. interessant, wenn ein Handbuch mindestens 10 Jahre intensiven Gebrauch absolut funktionsfähig überstehen muss. Extreme Beanspruchungen entstehen bei sehr schweren Hardcoverbüchern im Format A3 hoch und quer. Bei diesen Büchern mit bis zu 5 kg Eigengewicht reicht ein herkömmliches Bindeverfahren nicht aus. Wir stabilisieren den Buchblock mit speziellen Verfahren.

Bohrungen zum Abheften
2fach und 4fach Bohrungen eignen sich für die Konfektionierung von Loseblattwerken für das Abheften in Ordner. Offsetkollegen verwenden für diese Lochungen gerne spezielle Bohrer. Bei sehr starken Seitenumfängen und sehr großen Mengen hat sich dieses Verfahren bei digital gedruckten Loseblattwerken nicht bewährt. Die Hitzeentwicklung des Bohrers erweist sich bei der Verarbeitung von vollflächig bedruckten oder lackierten Bogen als problematisch. Als Problemlösung verwenden wir für diese Aufgaben einen spezielles Hochleistungsstanzsystem, das jeweils nur wenige Druckbogen pro Stanzung ververarbeitet, aber trotzdem mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit stanzt. Die Wirtschaftlichkeit und die erreichte Registerhaltigkeit der Stanzungen sind hervorragend.

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